Feminismus ist Mord

Ein Themenfeld, dass der christliche Fundamentalismus auch in Deutschland stark bearbeitet, ist der sogenannte Lebensschutz. Dieser Begriff ist etwas irreführend. Es geht dabei um die Position, das Abtreibung immer Mord sei, da sie ein von Gott gegebenes Leben zerstören würde. Insoweit geht es Lebensschutzorganisationen um ein striktes Abtreibungsverbot aufgrund biblischer Argumente. Dabei verbreiten sie immer wieder neue Horrormeldungen, die einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht Stand halten. Aber darum geht es auch nicht.
Ein Hauptgegner, den die Lebensschutzgruppen immer wieder ausmachen, ist der Feminismus. Für sie stellt er, in welcher Form auch immer er auftritt, einen Angriff auf das Leben da. Der Feminismus würde zu einer „falschen Freiheit“ führen, in der sich die Frauen gegen Gottes Gabe entscheiden würden. Sehr oft wird sich der – trotz aller Rückschläge – anhaltende Trend zur Liberalisierung der Abtreibung als Auswirkung einer breit angelegten feministischen Kampagne beschrieben. Diese Auffassung orientiert sich an der Terminologie und Symbolik von Verschwörungstheorien.
Zum 8. März 2006, dem internationalen Frauentag, thematisierte die fundamtentalistische Nachrichtenagentur aus dem katholischen Spektrum kath.net diese Vorstellung in ihrer Meldung Wenn ein Frauenrecht die Frauen richtet:

8. März, Weltfrauentag: Auf den ersten Blick ein Recht auf Selbstbestimmung, auf den zweiten Blick eine massive Selbstverletzung – Abtreibung. [mehr]

Hier wird offensichtlich, dass angeblich unpolitische biblische Forderungen des christliche Fundamentalismus einen politischen Gehalt haben.