Beten soll die Welt verändern

Wenn Gott allmächtigt ist und beten den Kontakt zu ihm herstellt, wie das unter anderem Christinnen und Christen glauben, dann ist es folgerichtig gemeinsames Beten als eine Handlung zu sehen, welche die Welt verändern könne. Das ist die relativ einfache Idee, welche hinter großen gemeinsamenen Gebeten fundamentalistischer Kräfte oder auch von organisierten Gebetswochen steht.1 So finden sich auch immer wieder Aussagen christlicher Gruppen, dass einzig ihre Gebete wichtige Veränderungen – beispielsweise die „Wende“ – bedingt hätten. Die gesamte gesellschaftliche Entwicklung wird in einer solchen Sichtweise ausgeschaltet, jede soziale Auseinandersetzung als unnötig diskreditiert. Eine solche Meinung vertritt laut idea auch D.J. McGuire, Präsident des christlich-fundamentalistischen China Support Network. Seine ernsthaft vertrettene Meinung ist, dass allein das Anwachsen christlicher Gemeinschafen in China – und deren Gebete – zu einem Untergang des dortigen Regimes führen werden.
Das wird – polemisch formuliert – die dortige Opposition gewiss freuen, kann sie doch jetzt einfach mit ihren Aktivitäten aufhören und, der Logik McGuires folgend, sich soweit als möglich anpassen. Und halt im Geheimen beten.

  1. Das kann selbstverständlich auch anders interpretiert werden. Basisgemeinden, die jahrzehntelang Basis sozialer Kämpfe in Lateinamerika darstellten, verstanden gemeinsames Beten vor allem als eine Aktivität sich unter einander Mut zuzusprechen. [zurück]

1 Antwort auf “Beten soll die Welt verändern”


  1. 1 planet adds at X-Berg.de Pingback am 11. Juni 2006 um 13:41 Uhr
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